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Fliegerhorst | Kooperation | Nachhaltigkeit

Olegeno im Fokus: Interview mit Sebastian Specht

  • 05. Februar 2024 | Tamara Zimdahl
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Mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit im Quartier Helleheide hat sich die Oldenburger Energie-Genossenschaft (Olegeno) zu einem bedeutenden Projektpartner der GSG OLDENBURG entwickelt. Zukünftig wird die Olegeno Mietende sowie Eigentümer:innen im Quartier Helleheide mit nachhaltig produziertem Mieter:innenstrom vom Dach beliefern. In einem Interview mit Sebastian Specht, Vorstandsmitglied der Olegeno, tauchen wir ein in das Konzept des Mieter:innenstroms und werfen einen Blick auf die Geschichte, die Ideale und die Zukunftspläne dieser energiebewussten Genossenschaft.

Die Anfänge: Energiewende als Bürger:innenprojekt

Bereits vor mehr als 20 Jahren erkannten engagierte Oldenburger:innen die Bedeutung erneuerbarer Energien für die Bewältigung der Klimakrise. Sebastian Specht betont, dass die Olegeno schlussendlich 2011 mit dem klaren Ziel gegründet wurde, erneuerbare Energieanlagen zu bauen und die Oldenburger Bürger:innen mit Strom und Wärme zu versorgen. Dabei sollte die genossenschaftliche Idee im Vordergrund stehen: breite Beteiligung, niedrige Einstiegshürden und die Umsetzung demokratischer Prinzipien in der Energieversorgung.

Klimakrise als gesellschaftliche Aufgabe

Specht hebt hervor, dass die Olegeno in ihrer Arbeit eine gesellschaftliche Aufgabe sieht. „Es geht darum, den Beteiligten zu gehören, Einfluss zu nehmen und die Ideale der Demokratie auf die Energieversorgung zu übertragen.“ Das Unternehmen zielt darauf ab, nicht nur günstige Energieversorgung zu gewährleisten, sondern die Mitglieder auch am Gewinn zu beteiligen.

Leichter Einstieg

60

Euro

beträgt die Mindesteinlage und garantiert Teilhaber:innen volle Stimmrechte.

Genossenschaftsprinzip: Bündelung von Ressourcen

Im Einklang mit dem Genossenschaftsprinzip à la Raiffeisen lautet das Credo der Olegeno: „Was einer nicht vermag, das vermögen viele.“ So ermöglicht die Olegeno den Bürger:innen, sich bereits mit einer vergleichsweise geringen Einlage von 60 Euro an der Energiewende zu beteiligen. Eine Mitgliedschaft bringt volle Stimmrechte und den Status als Teilhaber:in des Unternehmens. Dabei unterstreicht Specht den basisdemokratischen Ansatz, bei dem die Menge der Einlage nicht die Stimmkraft beeinflusst.

TRANSPARENTE PREISGESTALTUNG

Der Strompreis variiert je nach Postleitzahl, da die Olegeno als föderaler Stromversorger regional verankert ist. Die Transparenz wird durch ein auf der Webseite verfügbares Formular gewährleistet, das den individuellen Strompreis für jede Postleitzahl berechnet.

Preis berechnen

Projekt Quartier Helleheide und Mieterstrom

Auch auf dem ehemaligen Fliegerhorst Gelände im Norden von Oldenburg realisiert die Olegeno die Vision der Bürger:innenbeteiligung. Sowohl Mietende als auch Eigentümer:innen haben die Möglichkeit, von nachhaltig erzeugtem Mieter:innenstrom zu profitieren. Die bereits auf den fertiggestellten Gebäuden in der Guntrud-Heise-Straße 10 und 12 installierten Photovoltaikanlagen bilden den Anfang. Auch die Immobilien des zweiten Bauabschnitts werden mit solchen Anlagen ausgestattet.

Sebastian Specht Olegeno Interview

Sebastian Specht, Vostandsmitglied der Oldenburger Energie-Genossenschaft eG

Rolle von Energiegenossenschaften im Vergleich

Energiegenossenschaften setzen sich für eine nachhaltige lokale Energieversorgung ein und tragen damit maßgeblich zur örtlichen Wertschöpfung und Gemeinschaftsverantwortung bei. Im Gegensatz dazu orientieren sich große Energiekonzerne oft an anderen Interessen. Die Vision besteht darin, dass lokale Energiegemeinschaften einen erheblichen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung zur Energiewende leisten können.

In der Einschätzung der Olegeno spiegelt sich eine vielversprechende Perspektive für nachhaltige Energieprojekte in der Quartiersentwicklung wider. Projekte wie Helleheide zeigen, dass Quartiere nicht nur Wohnorte, sondern auch Orte der Energiegemeinschaft und nachhaltigen Entwicklung sein können.

Helle Heide Vogelperspektive

Helleheide

Leben auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände

Auf rund vier Hektar Fläche entsteht im nördlichen Teil des Fliegerhorstes ein zukunftsweisendes Wohnquartier für Menschen jeden Alters und jeder Einkommensgruppe. Mit viel Raum für Innovationen und die nachbarschaftliche Gemeinschaft.

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© Sebastian Specht

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© OTM | Hauke-Christian Dittrich