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Ein Beginenhof für Oldenburg
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Alternative Wohnform für Frauen

Wohnen und Kultur unter einem Dach

In Oldenburg soll ein „Beginenhof“ als gemeinsames Wohn-, Kultur- und Arbeitsprojekt für Frauen jeden Alters begründet werden. Begründerinnen dieses Projektes sind die Kulturelle Bildung im Kulturbüro der Stadt Oldenburg, die GSG OLDENBURG Bau- und Wohngesellschaft mbH und Sybille Gimon, Liedermacherin und Mitbegründerin des Bremer Beginenhofes.

Die Themen „Wohnen“ und „Teilhabe“ betreffen Frauen in unserer Gesellschaft in besonderem Maße. Nach wie vor verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als Männer. Die Mehrheit der Alleinerziehenden sind Frauen. Beide Faktoren benachteiligen Frauen gerade auch auf dem Wohnungsmarkt. Und auch das Alter ist weiblich: Im Schnitt leben Frauen länger als Männer und stellen damit das Gros der Bevölkerung über 70 Jahre. „Es gibt also Gründe genug für Frauen, sich zu solidarisieren und gegenseitig zu unterstützen. Das gemeinsame Leben und Arbeiten in einem Beginenhof stellt eine Alternative zur Vereinzelung und Vereinsamung von Frauen dar und kann gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe von Frauen sichern“, sagt Christiane Maaß vom Oldenburger Kulturbüro.

Beginen Website

Geschichtlicher Hintergrund

Im 13. und 14. Jahrhundert verbreitete sich die Beginenkultur in ganz Europa. Beginen waren alleinstehende, selbständige und berufstätige Frauen, die nicht in den Stand der Ehe und auch nicht ins Kloster eintreten wollten. Im Gegensatz zu Nonnen, legten die Beginen kein Gelübde ab, sondern waren frei, jederzeit den Beginenhof zu verlassen, wenn sie ihre Lebenssituation verändern wollten.
Aus heutiger Betrachtung handelt es sich bei der Beginenkultur um eine gemeinschaftliche, generationsübergreifende Lebensform mit wirtschaftlicher Selbständigkeit der beteiligten Frauen, die eine Solidargemeinschaft bilden.

Kreativ Wohnen in jedem Alter

Der Oldenburger Beginenhof

Mit dem Leben der mittelalterlichen Beginen hat das heutige Projekt nur noch wenig gemeinsam und doch knüpft es an deren Idee des gemeinschaftlichen Wohnens an. Der Oldenburger Beginenhof möchte Frauen – ob alleinstehend oder mit Kindern – ein Zuhause bieten, in dem Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt stehen. Alter, Herkunft oder Ausbildung spielen dabei keine Rolle.

Nach zwei Infoveranstaltungen und einem World-Café, bei dem interessierte Frauen ihre Vorstellungen und Wünsche einbrachten, haben sich Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen gebildet. Auf der ersten Vollversammlung am 16. März 2023 wurde bereits ein erster Entwurf des Leitbilds vorgestellt und diskutiert. In Impuls-Werkstätten und privaten Treffen der sogenannten „Beginen“ wurden die Konzepte nun weiterentwickelt werden.

Arbeitsgruppen befassen sich mit den Schwerpunkten

AG 1 // Gemeinschaftsfördernde Wohnform / Fragen rund um den Bau des Beginenhofs

AG 2 // Wie wollen wir als Gemeinschaft leben? Soziale Fragen zum Oldenburger Beginenhof

AG 3 // Der Beginenhof als kulturelles Zentrum im Quartier / Kreative und kulturelle Gestaltungsmöglichkeiten

AG 4 // Organisationsform / Vereinsgründung Beginenhof Oldenburg / Zusammenarbeit mit der GSG als Partnerin

AG 5 // Positionierung der Beginen innerhalb des Quartiers / der Nachabrschaft; Gemeinsames / Grenzen etc.

AG 6 // Weitere Themen aus dem Teilnehmerinnenkreis


Beginenhof Oldenburg 1. Vollversammlung
Infoveranstaltung Beginenhof Oldenburg
Beginenhof Oldenburg Arbeitsgruppen
Beginenhof für Oldenburg Infoveranstaltung
Ein Bildschirm in einem Stuhlkreis zeigt einen Architektenentwurf
Beginenhof Oldenburg Worldcafé
Vollversammlung Beginen Oldenburg

Der erste Entwurf

Das Wohnprojekt nimmt Form an

1. Entwurf Beginenhof Oldenburg

Auf der Vollversammlung stellten die Architektinnen Alexandra Mendel und Inken Feddersen vom Büro Sosath & Scheper den ersten Entwurf des Oldenburger Beginenhofes vor. Dabei ließen sie die in den Arbeitsgruppen geäußerten Wünsche und Vorstellungen mit einfließen. Vorwiegend wünschten sich die Frauen bezahlbare und kompakt geschnittene 2-Zimmer-Wohnungen sowie einen Raum für Gemeinschaft. Es werden zudem einige 3-Zimmer-Wohnungen verfügbar sein, die sich hauptsächlich an Familien richten. Die Wohnungen verfügen jeweils über eine Eingangsnische und sind über Laubengänge verbunden. Es wird einen Anbau geben, der gewerblich oder als Gästewohnung genutzt werden kann. Die Entwürfe werden anhand des Feedbacks aus der Vollversammlung weiterhin ausgearbeitet.

„Als Wohnungsbau-Unternehmen mit über 100-jähriger Tradition sind wir stets am Puls der sich wandelnden Gesellschaft und der daraus erwachsenden Bedürfnisse von Mieterinnen und Mietern geblieben. Gemeinschaftliches Wohnen ist heute überall von großem Interesse, auch in Oldenburg.“

Stefanie Brinkmann-Gerdes

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Ihre Ansprechpersonen

Stefanie Brinkmann-Gerdes

Sozialer Dienst / Wohnkonzepte

Telefon
0441 9708-154

E-Mail
stefaniebrinkmann-gerdes@gsg-oldenburg.de

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