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Kooperation

Zwischen Mahjong und Sonntagscafé

  • 26. Mai 2026 | Tamara Zimdahl
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Aus einem kleinen Nachbarschaftsprojekt ist seit 2023 ein Treffpunkt geworden, der heute für viele Menschen fest zum Alltag gehört. Vor Ort haben wir mit Ronald Heine aus dem Vorstand darüber gesprochen, wie sich der ViertelRaum entwickelt hat und warum das Angebot inzwischen weit über das klassische Sonntagscafé hinausgeht.

Als der ViertelRaum 2023 eröffnet wurde, war noch nicht abzusehen, wie schnell sich das Angebot entwickeln würde. Inzwischen vergeht kaum ein Tag ohne Veranstaltungen, feste Gruppen oder spontane Treffen. Wer heute den Wochenplan im Eingangsbereich liest, findet dort Yoga, Mahjong, Doppelkopf, Boule, Acrylmalerei, Büchergruppen, Gesprächsabende oder Handysprechstunden. Dazwischen kommen Menschen auf einen Kaffee vorbei, bleiben kurz stehen, kommen ins Gespräch oder setzen sich einfach dazu.

„Wir haben irgendwann gemerkt, wie viel Bewegung hier inzwischen drin ist“, sagt Ronald Heine aus dem Vorstand des Vereins. „Teilweise haben wir über 80 Veranstaltungen im Monat.“

Eine lächelnde ältere Person mit Brille und weißem Bart, dunkelblaues kariertes Hemd und Cardigan; unscharfer Blumenhintergrund links.

Ronald Heine, Vorstandsmitglied vom ViertelRaum e.V.

Dabei war der ViertelRaum ursprünglich deutlich kleiner gedacht. Vieles entwickelte sich erst nach und nach. Einige Angebote wurden sofort angenommen, andere mussten sich erst etablieren. Gleichzeitig kamen immer neue Ideen aus der Nachbarschaft selbst dazu. Genau das sei bis heute einer der Gründe, warum der Verein so gut funktioniere, so Heine. Die Menschen würden den Ort nicht nur nutzen, sondern proaktiv mitgestalten.

In Zahlen

Der ViertelRaum

82

Angebote

150

Mitglieder

500

Besuchende im Monat

1

Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat

Besonders sichtbar wird das bei den Spielgruppen. Doppelkopf und Skat gehören längst fest zum Programm, auch Mahjong hat inzwischen eine eigene Runde gefunden. Dafür kommen teilweise sogar Menschen aus anderen Stadtteilen nach Eversten. Daneben gibt es aber auch Angebote, die man in einem Nachbarschaftstreff nicht unbedingt erwarten würde: So entstand beispielsweise ein Kurs rund um die alte deutsche Handschrift Sütterlin.

„Da bringen manche sogar alte Familienunterlagen oder Briefe mit, weil sie endlich verstehen möchten, was darin steht“, berichtet Ronald Heine. „Allerdings müssen sie dazu dann auch selbst die alte Schrift erlernen!“

Gruppe von acht Menschen unterschiedlichen Alters steht vor der Glasfassade eines Gebäudes und präsentiert einen großen Spendencheck über 5.000 Euro; rechts ein Banner mit Logo.
Gruppe sitzt an einem Tisch; im Vordergrund eine Person mit gestreiftem Pullover. Lachen; Poster 'Vielfalt vereint' an der Wand, Getränke und Snacks.
Rustikaler Holztisch mit Vase weißer Blüten, daneben Holzbänke im Garten; Banner links, Blumen, grüne Hecke und ein Windrad im Hintergrund.
Drei Personen im Gespräch in einem Innenraum: links Person mit hellem Mantel, in der Mitte Person in dunkler Quiltjacke, rechts Person mit Brille zeigt mit der Hand.
Eine ältere Person mit grauen kurzen Haaren, beigem Pullover und roter Tasche lächelt; im Vordergrund unscharfe Person, im Hintergrund ein Portrait einer Person mit Brille.

Auch das Sonntagscafé spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Jeden Sonntag gibt es Kaffee und Kuchen auf Spendenbasis. Viele helfen mit, backen selbst oder übernehmen Dienste. Gerade für ältere Menschen sei dieser feste Termin wichtig geworden.

Überhaupt lebt der ViertelRaum inzwischen stark vom ehrenamtlichen Engagement. Veranstaltungen organisieren, Räume vorbereiten, Kuchen verkaufen, sauber machen oder sich um organisatorische Fragen kümmern — vieles passiert im Hintergrund und oft ganz selbstverständlich. „Das sieht man oft gar nicht“, sagt Heine.

„Ohne Ehrenamt würde das hier nicht funktionieren.“

Ronald Heine

In den vergangenen Monaten wurde außerdem organisatorisch einiges weiterentwickelt. Versicherungen und Sicherheitsmaßnahmen wurden überarbeitet, Hygienekonzepte erstellt und der barrierefreie Zugang verbessert. Gleichzeitig verändert sich auch das Umfeld rund um den Treffpunkt weiter. Neue Flyer wurden gestaltet, draußen entstehen zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten und auch der Außenbereich soll künftig stärker genutzt werden.

Dass der ViertelRaum inzwischen fest im Quartier angekommen ist, merkt man oft erst auf den zweiten Blick. Viele Besucherinnen und Besucher kennen sich inzwischen untereinander, verabreden sich außerhalb der Angebote oder schauen einfach spontan vorbei. Manche kommen gezielt zu Veranstaltungen, andere nur kurz auf einen Kaffee und bleiben dann doch länger.

„Viele sagen einfach: Gut, dass es euch gibt“, erzählt Ronald Heine. „Und das ist eigentlich das schönste Feedback.“

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