Der Soziale Dienst der GSG OLDENBURG

Zwischen Konfliktschlichtung und Wohnungsperspektiven

Der Soziale Dienst der GSG OLDENBURG

Zwischen Konfliktschlichtung und Wohnungsperspektiven
  • 29. April 2025 | Tamara Zimdahl
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Hinter den Kulissen der Wohnungssuche passiert oft mehr, als man denkt. Wenn es schwierig wird – sei es aufgrund von Konflikten zwischen Mietenden oder einer angespannten finanziellen Lage – ist der Soziale Dienst der GSG OLDENBURG zur Stelle. Doch die Arbeit von Ole Krug, der seit zwei Jahren im Sozialen Dienst tätig ist, geht weit über die bloße Wohnungsvermittlung hinaus. Er ist die Schnittstelle zwischen Menschen und Lösungen, zwischen Konflikten und Perspektiven.

Vermitteln, zuhören, begleiten

„Kein Tag gleicht dem anderen“, sagt Ole Krug. Seine Aufgaben sind so vielfältig wie die Lebenslagen der Menschen, mit denen er zu tun hat: Gespräche mit Wohnungssuchenden, das Auswerten von Anamnesebögen, die Begleitung bei persönlichen Krisen – und immer wieder Konflikte, die gelöst werden müssen. „Ich arbeite oft mit Menschen, die schon einiges erlebt haben“, erzählt er. „Mal sind es Unstimmigkeiten zwischen Mieter:innen, mal Spannungen im Verhältnis zur GSG selbst.“ Während die Wohnungssuche für viele ein langwieriger Prozess ist, ist die eigentliche Arbeit oft das Zwischenmenschliche.

Ole Krug ist Teil des Sozialen Dienstes der GSG OLDENBURG und begleitet dort seit zwei Jahren Mietende bei Problemen und Herausforderungen rund ums Wohnen.

Mann im schwarzen Pulli und Brille schaut in die Kamera, hinter ihm ein Bild von Sanddünen

Reden statt streiten

In einem angespannten Wohnungsmarkt sind Konflikte keine Seltenheit. „Es geht nicht nur darum, wer wann in welche Wohnung zieht“, berichtet Ole Krug. „Sondern darum, zuzuhören, Missverständnisse zu klären und tragfähige Kompromisse zu finden.“ Oft entstehen Spannungen durch unterschiedliche Erwartungen an Nachbarschaft, durch Lärm oder sich verändernde Lebensumstände.

Hier kommt der Soziale Dienst als Vermittlungsstelle ins Spiel. Manchmal braucht es schnelle Lösungen – manchmal vor allem Zeit. „Viele wünschen sich vor allem Stabilität und einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen können“, so die Erfahrung von Ole Krug. „Das versuchen wir möglich zu machen.“

Wo Wohnraum knapp wird

„Viele meiner Kund:innen sind von Wohnungslosigkeit bedroht oder stecken in persönlichen Krisen“, so Ole Krug. „In solchen Fällen zählt jeder Schritt – und manchmal sind es viele kleine, bis eine Lösung entsteht.“ Dafür braucht es ein funktionierendes Netzwerk: mit Behörden, Beratungsstellen, sozialen Trägern – und natürlich mit den Menschen selbst. Eine schnelle Lösung gibt es selten. Aber oft einen gangbaren Weg.

Viele wünschen sich vor allem Stabilität und einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen können.

Ole Krug, Sozialer Dienst

Neben der persönlichen Ebene ist es vor allem der Wohnungsmarkt selbst, der die Arbeit erschwert. Menschen mit negativen Schufa-Einträgen oder einer Geschichte von Eigenbedarfskündigungen haben es zunehmend schwerer, eine Chance zu bekommen. Der Mangel an sozial gefördertem Wohnraum verschärft die Lage zusätzlich.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sind in Deutschland über 1,2 Millionen Haushalte von Wohnungsnot betroffen – Tendenz steigend. Auch in Oldenburg ist der Druck deutlich spürbar.

Im Netzwerk Lösungen finden

Gerade für Alleinerziehende und Menschen in belastenden Lebenssituationen ist die Wohnungssuche besonders schwierig. Die GSG OLDENBURG versucht, solche Fälle mit einzubeziehen – doch auch hier stoßen wir an strukturelle Grenzen. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, braucht es gute Zusammenarbeit mit sozialen Trägern und Beratungsstellen, um ergänzende Unterstützung bereitzustellen. „Wir geben unser Bestes, auch in komplexen Fällen passende Lösungen zu finden“, sagt Ole Krug. „Aber manchmal braucht es einfach mehr – etwa durch Partner:innen, die unsere Kund:innen dabei unterstützen, sich im neuen Wohnumfeld zurechtzufinden.“

Die Realität auf dem Wohnungsmarkt bleibt eine Herausforderung, aber gerade deshalb ist der Soziale Dienst so wichtig: Er schafft Verbindung zwischen Menschen, Behörden und sozialen Einrichtungen. Und er hilft, Wege zu finden, wo zunächst keine sichtbar sind. Genau darin sieht Ole Krug seine zentrale Aufgabe. Unaufgeregt, aber wirksam.

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