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Nachhaltigkeit
Zimmer frei – für den Artenschutz
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14. Oktober 2025 | Tamara Zimdahl
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Wo früher kleine Mauerspalten und Dachvorsprünge als natürliche Unterschlupfe dienten, sind sanierte Fassaden heute lückenlos dicht. Gut für die Energieeffizienz, schlecht für Tiere, die sich auf solche Nischen spezialisiert haben. Damit der Artenschutz nicht auf der Strecke bleibt, hat die GSG OLDENBURG in den vergangenen Wochen im gesamten Stadtgebiet gezielt neue Nist- und Brutmöglichkeiten für Mauersegler, Hausrotschwänze und Fledermäuse geschaffen.
Man hört sie meist, bevor man sie sieht: das hohe „srii-srii“ der Mauersegler, die wie kleine Pfeile durch die Luft schießen. Bis zu 200 km/h schnell, fast ständig in Bewegung – und völlig abhängig von den Spalten und Nischen, die wir ihnen in unseren Gebäuden lassen. Für sie und ihre Mitbewohner, den Hausrotschwanz und verschiedene Fledermausarten, hat die GSG OLDENBURG in luftiger Höhe 27 neue Nistplätze realisiert.

Einziehen erwünscht
Während die wendigen Segler nun unter Dachvorsprüngen und Traufen einziehen können, hängen für die bodennäher brütenden Rotschwänze halboffene Kästen an geeigneten Stellen. In einigen Fassaden wurden außerdem spezielle Fledermausquartiere integriert – witterungsbeständig, und unauffällig.
Schon gewusst?
190.000
Kilometer
legt ein Mauersegler im Jahr fliegend zurück – fast fünfmal um die Erde.
Damit die neuen Quartiere auch dort entstehen, wo sie wirklich gebraucht werden, stand die GSG OLDENBURG bei der Standortauswahl nicht allein da. Die Expert:innen des NABU Oldenburg begleiteten das Projekt und halfen, die idealen Plätze zu bestimmen. Denn die Lage ist entscheidend: Gebäudebrüter sind standorttreu, viele kehren Jahr für Jahr in „ihre“ Häuser zurück und brauchen im Umkreis passende Jagdreviere mit Insekten und Freiflächen.
So lässt sich Artenschutz oft schon ganz praktisch umsetzen – wenn man ihn beim Planen nur gleich mitdenkt. Dann wird aus einer energetischen Sanierung nicht nur ein Gewinn fürs Klima, sondern auch ein Beitrag zum Erhalt städtischer Artenvielfalt.
Gebäudebrüter sind laut Nationaler Biodiversitätsstrategie (NBS) die Nachhaltigkeitsindikatoren für den Zustand von „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ in Städten.

Hausrotschwanz

Mauersegler

Fledermaus
Mehr Leben zwischen Beton und Balkon
Auch im Kleinen lässt sich etwas bewegen. Wer auf dem Balkon Lavendel, Salbei, Katzenminze oder Fetthenne pflanzt, schafft ein wahres Festbuffet für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge – und das bis in den Herbst hinein. Wird nachts auf grelles Licht verzichtet, entstehen kleine Dunkelzonen, die Fledermäusen bei der Orientierung helfen. Und manchmal genügt schon die Erkenntnis, dass selbst ein unscheinbarer Mauerspalt ein Zuhause sein kann.
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