Hitzewelle in Oldenburg
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Ratgeber

Wie wir gut durch die heißen Tage kommen

  • 24. Juni 2026 | Tamara Zimdahl
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Heiße Sommertage gehören inzwischen auch in Oldenburg spürbar zum Alltag. Was früher nach entspannten Stunden auf dem Balkon klang, wird heute schnell zur Belastung – besonders wenn die Wärme über Tage steht, sich die Wohnung aufheizt und es nachts kaum noch abkühlt. Für viele ist das einfach unangenehm, für manche wird es jedoch gesundheitlich riskant.

Der Deutsche Wetterdienst weist bei Hitzewarnungen regelmäßig darauf hin, dass vor allem ältere und pflegebedürftige Menschen Unterstützung brauchen. Auch Menschen mit Vorerkrankungen, kleine Kinder, Schwangere oder Alleinlebende stecken die extremen Temperaturen oft schlechter weg. Hitze ist deshalb kein reines Privatproblem, sondern ein Thema für das gesamte Zusammenleben im Haus.

Die Wohnung tagsüber kühl halten

Wer die Hitze aus den eigenen vier Wänden heraushalten will, sollte vor allem tagsüber konsequent handeln:

  • Fenster zu: Sobald es draußen wärmer ist als drinnen, bleiben die Fenster geschlossen – besonders auf der Sonnenseite.
  • Sonne aussperren: Rollos, Jalousien oder Vorhänge in der gesamten Wohnung schließen. Außenliegender Sonnenschutz wirkt am besten, aber auch innenliegende Vorhänge fangen einiges ab.
  • Richtig lüften: Erst wenn die Außenluft abends, nachts oder früh morgens spürbar abgekühlt ist, werden die Fenster geöffnet. Das Umweltbundesamt empfiehlt dann echtes Quer- oder Stoßlüften auf mehreren Seiten der Wohnung, um frische Luft hineinzulassen. Ein dauerhaft gekipptes Fenster am heißen Nachmittag bewirkt das Gegenteil.
  • Wärmequellen im Inneren: Elektrogeräte heizen die Räume zusätzlich auf. An extremen Tagen lohnt es sich, den Backofen oder den Wäschetrockner einfach mal auszulassen und ungenutzte Geräte komplett abzuschalten, statt sie im Standby-Modus laufen zu lassen.

Trinken, essen, Tempo rausnehmen

Bei Hitze verliert der Körper mehr Flüssigkeit. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig zu trinken und nicht erst dann, wenn der Durst deutlich spürbar wird. Für ältere Menschen gelten mindestens 1,3 Liter Getränke am Tag als grobe Orientierung, dazu kommt Flüssigkeit über das Essen. Bei Hitze, starkem Schwitzen oder körperlicher Aktivität kann der Bedarf höher sein.

Geeignet sind vor allem Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen. Am besten ist es, kleinere Mengen über den Tag zu verteilen, statt viel auf einmal zu trinken.
Alkohol ist bei Hitze keine gute Wahl, weil er den Kreislauf zusätzlich belasten kann. Auch sehr kalte Getränke sind nicht für alle angenehm, denn sie führen zu einem erhöhten Energieverbrauch, weil der Körper den Temperaturunterschied ausgleichen muss. Das kann sogar das Schwitzen verstärken. 

Wichtig ist bei all diesen Hinweisen jedoch eine Einschränkung: Wer wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung, wegen der Einnahme von Medikamenten oder aus anderen medizinischen Gründen eine ärztlich empfohlene Trinkmenge hat, sollte sich daran halten. Bei Unsicherheit ist die Hausarztpraxis oder Apotheke der richtige Ort für eine kurze Nachfrage.

Auch beim Essen darf es an heißen Tagen leichter sein. Wasserreiches Obst, Gemüse, Salate oder kleinere Mahlzeiten belasten den Körper meist weniger als schwere, sehr warme Speisen. Wer warm kochen möchte, verlegt das am besten in die kühleren Stunden oder steigt direkt auf leichte, kalte Mahlzeiten um. Einkäufe, Bewegung im Freien oder körperlich anstrengende Arbeiten lassen sich, wenn möglich, in die kühleren Stunden legen. Wer tagsüber unterwegs ist, sollte Schatten suchen, Pausen machen und die Mittagshitze meiden.

Wenn der Körper an seine Grenzen stößt

Nicht alle Menschen spüren Hitze gleich. Manche kommen mit hohen Temperaturen gut zurecht, andere geraten schneller an ihre Grenzen. Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, ungewöhnliche Erschöpfung, Schwindel oder Verwirrtheit können Hinweise darauf sein, dass der Körper überlastet ist. Dann sollte die betroffene Person aus der Sonne oder aus dem aufgeheizten Raum heraus, etwas trinken und sich ausruhen. Wenn sich der Zustand nicht bessert oder sich verschlechtert, sollte medizinische Hilfe geholt werden.

38

Grad

gefühlte Temperatur am Nachmittag: Ab diesem Wert spricht der Deutsche Wetterdienst von extremer Wärmebelastung. Grundlage ist nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung.

Gerade im Alter lässt das Durstgefühl nach, was die Gefahr für Kreislaufprobleme erhöht. Alleinstehende merken oft erst spät, dass sie zu wenig trinken, weil niemand sie auf ihre (fehlende) Gewohnheit aufmerksam macht. Auch wer in einer stark aufgeheizten Dachgeschosswohnung lebt, gesundheitlich vorbelastet ist oder Medikamente nimmt, kann an heißen Tagen stärker gefährdet sein. Hier kann Aufmerksamkeit im direkten Wohnumfeld viel ausmachen.

Aufeinander achten

An extrem heißen Tagen verändert sich der Alltag im Haus. Da hilft es, ein wenig aufmerksamer durch das Treppenhaus zu gehen: Wer wohnt nebenan, wer lebt allein oder war in den letzten Tagen kaum zu sehen?

Nicht jeder Mensch bittet von sich aus um Hilfe, wenn es in der Wohnung heiß und stickig ist, der Kreislauf schwächelt oder der Einkauf zu schwer wird. Dabei braucht es oft gar nicht viel, um das Eis zu brechen. Ein kurzes Wort beim Begegnen an den Briefkästen oder an der Haustür genügt:

  • „Kommen Sie gut durch die Hitze?“
  • „Kann ich Ihnen etwas vom Einkaufen mitbringen?“
  • „Soll ich Ihnen eine Kiste Wasser mit hochtragen?“

Solche Fragen sind unkompliziert und drängen niemanden in die Enge. Wenn Nachbar:innen, die man sonst täglich trifft, plötzlich länger nicht auftauchen, ist ein vorsichtiges Nachfragen keine Aufdringlichkeit – sondern schlicht aufmerksame Nachbarschaftshilfe.

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