Wenn Wohnen zur Ware wird

Ein Film über Städte im Ausverkauf

Wenn Wohnen zur Ware wird

Ein Film über Städte im Ausverkauf
  • 09. Mai 2025 | Stefanie Brinkmann-Gerdes
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Der Film „Sold City – wenn Wohnen zur Ware wird“ wirft einen kritischen Blick auf die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt seit der Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit. In Kooperation mit der Reihe „Alles Utopie – films for future“ wurde die Dokumentation am Montag, den 28. April 2025, im Casablanca-Kino gezeigt. Im Zentrum stand die Frage: Was passiert, wenn Wohnraum zum Investitionsobjekt wird – und welche Alternativen gibt es?

Über die Dokumentation

Die Dokumentation zeigt eindrucksvoll, wie sich in Großstädten wie Berlin, London oder München das Wohnen zunehmend zu einem Luxusgut entwickelt hat. Seit der neoliberalen Wende der Wohnungspolitik und dem Rückzug des Staates aus der Daseinsvorsorge ist das Grundrecht auf Wohnen für viele Menschen bedroht. Wo sich nur noch Vermögende innerstädtisches Wohnen leisten können, geraten soziale Strukturen aus dem Gleichgewicht – eine „Sterilisation der Städte“ droht.

Doch es gibt auch Gegenbeispiele: In Wien oder Singapur zeigt sich, wie eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik, öffentlicher Wohnungsbau und hohe Quoten geförderten Wohnraums eine soziale Durchmischung erhalten können.

Kino

v.l.n.r. Doris Janßen (Theaterleiterin im Casablanca), Daniel Jircik (Geschäftsführer der GSG OLDENBURG), Sara Broda (eine Welt-Promoterin vom Ökumenisches Zentrum Oldenburg e.V.)

Podiumsdiskussion mit GSG-Geschäftsführer Daniel Jircik

Im Anschluss an die Filmvorführung diskutierten Fachleute auf dem Podium über die Situation in Deutschland – und konkret in Oldenburg. Einer der Gäste war Daniel Jircik, Geschäftsführer der GSG OLDENBURG. Er betonte: „Die GSG ist aufgrund ihrer Gesellschafterstruktur nicht mit großen Wohnkonzernen vergleichbar. Unsere durchschnittliche Miete liegt bei 6,22 Euro pro Quadratmeter.“ Dennoch sieht auch er in Oldenburg eine wachsende Herausforderung beim Thema bezahlbarer Wohnraum.

Mit Blick auf die Bautätigkeit in der Region erklärte Jircik: „Oldenburg ist einer der Hotspots des Wohnungsbedarfs in Deutschland. Diese Aufgabe können wir nur gemeinsam mit den anderen Akteur:innen am Markt und der Politik leisten.“

Aktivist:innen demonstrieren mit klarer Botschaft gegen Zwangsräumungen und für das Recht auf Wohnen.

Zwang1

Mögliche Maßnahmen zur Schaffung von Wohnraum

Perspektivisch könne die Gründung einer städtischen Wohnungsgesellschaft ebenso helfen wie eine mögliche Wiedereinführung der Gemeinnützigkeit im Wohnungswesen. Doch auch kurzfristige Maßnahmen seien notwendig: Aufstockung bestehender Gebäude, serielles Bauen und die Überprüfung baulicher Standards, um Kosten zu senken und schneller Wohnraum zu schaffen. Einige dieser Schritte befinden sich bei der GSG bereits in konkreter Planung.

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