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Ratgeber

Richtig lüften und heizen im Winter

  • 29. Oktober 2025 | Lisa Knoll
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Wenn es draußen kälter wird, steigt drinnen das Bedürfnis nach Wärme und Gemütlichkeit. Doch genau in der Heizperiode entsteht in vielen Wohnungen ein Problem, das nicht nur unschön aussieht, sondern auch gesundheitsschädlich sein kann: Schimmel. Damit es gar nicht erst so weit kommt, kann man mit dem richtigen Lüftungs- und Heizverhalten viel bewirken.

Warme Raumluft nimmt Feuchtigkeit auf – etwa durchs Duschen, Kochen oder die Atmung. Kühlt die Luft an kalten Außenwänden ab, kann sie weniger Wasser speichern. Aus Dampf werden kleine Wassertropfen, die sich niederschlagen: an Fenstern und Spiegeln, aber auch an Putz und Tapeten. Das ist der ideale Nährboden für Schimmel. Besonders gefährdet sind Ecken, hinter Möbeln oder Fensterlaibungen. Wer regelmäßig und richtig lüftet, hält die Feuchtigkeit in Schach.

Nahaufnahme eines weißen Fensterrahmens an einer Wand; rechts schwarze Schimmelflecken am Mauerwerk, unten sichtbares Fenster-Scharnier.

In kühlen Raumecken oder an Fenstern kann sich leicht Feuchtigkeit sammeln – ideale Bedingungen für Schimmel.

Auch beim Heizen lautet die Devise: nicht zu stark, aber gleichmäßig. Komplett ausgekühlte Räume verbrauchen beim Wiederaufheizen mehr Energie. Und je kälter die Wände, desto leichter schlägt hier Kondenswasser nieder. Wer tagsüber abwesend ist, sollte die Heizung deshalb nicht ganz abdrehen. Kurzes, kräftiges Stoßlüften danach sorgt für frische Luft ohne große Wärmeverluste. Aufgepasst: Die Heizung dafür rechtzeitig vorher runterdrehen. Der Einspareffekt ist am höchsten, wenn das heiße Wasser in den Heizkörpern schon abgekühlt ist.

Mit ein paar einfachen Routinen lässt sich Schimmelbildung effektiv verhindern – und das Wohnklima bleibt auch im Winter angenehm. Wer regelmäßig lüftet, gleichmäßig heizt und auf Luftzirkulation achtet, schafft die besten Voraussetzungen für eine gesundes Raumklima und eine behagliche Wohnung.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt

Drei einfache Tipps gegen Schimmel

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Stoßlüften statt Kipplüften

Mehrmals täglich die Fenster weit öffnen – am besten gegenüberliegend für Durchzug. Fünf bis zehn Minuten reichen aus. 

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Räume gleichmäßig heizen

Lieber alle Zimmer moderat (18–21 °C) beheizen, statt nur einen Raum stark zu erwärmen. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen.

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Möbel mit Abstand stellen

Mindestens fünf bis zehn Zentimeter Abstand zur Wand lassen, damit Luft zirkulieren kann – besonders an Außenwänden.

Für Wohnräume gilt: Ideal sind etwa 20 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Wer noch kein Hygrometer besitzt, kann sich ein einfaches Modell schon für rund 10 Euro im Baumarkt oder online besorgen – das hilft, kritische Werte frühzeitig zu erkennen. Gemessen wird in der Raummitte. Im Winter sind Werte von 30 bis 45 Prozent ideal, im Sommer sollten maximal 45 bis 65 Prozent Luftfeuchtigkeit herrschen.

Für Zuhause

Die Wohnklimacheckbox der Stadt Oldenburg

Gepolsteter Koffer mit Messgeräten, darunter ein Feuchtigkeitsmessgerät und eine Uhr.

Die Stadt Oldenburg bietet mit der Wohnklimacheckbox ein kostenfreies Hilfsmittel, um das Raumklima im Blick zu behalten. Die Box enthält Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, hilfreiche Informationen zu richtigem Lüften und Heizen sowie Tipps zur Schimmelvermeidung. Wer einen gültigen Bibliotheksausweis besitzt, kann die Wohnklimacheckbox bei der Stadtbibliothek im Kulturzentrum PFL und in allen vier Stadtteilbibliotheken Eversten, Flötenteich, Kreyenbrück und Ofenerdiek ausleihen.

Mehr erfahren

Übrigens: Schimmel und Stockflecken sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, haben aber unterschiedliche Ursachen: Schimmel entsteht durch anhaltende Feuchtigkeit und mangelnde Luftzirkulation; er breitet sich flächig aus, kann pelzig oder grünlich-schwarz aussehen und riecht oft muffig oder erdig. Stockflecken sind dagegen meist Vorstufen von Schimmel: Sie zeigen sich als graue bis bräunliche Schatten auf Tapeten oder Fugen und entstehen kurzfristig durch feuchte Luft, etwa nach dem Duschen oder Wäschetrocknen.

Stockflecken lassen sich, vor allem bei glatten Oberflächen wie Fliesen, oft mit einem milden Haushaltsreiniger abwischen, sofern die Wand trocken ist. Schimmelbefall sollte dagegen gründlicher beseitigt werden – bei kleineren Stellen mit speziellen Schimmelentfernern aus dem Baumarkt, bei größeren oder wiederkehrenden Flächen unbedingt durch Fachleute, um gesundheitliche Risiken und tieferliegende Feuchtigkeitsquellen auszuschließen.

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