Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen

Zero Waste im Alltag

Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen

Zero Waste im Alltag
  • 21. August 2025 | Lisa Knoll
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Ein ressourcenschonender Alltag braucht nicht gleich die ganz großen Veränderungen. Auch viele kleine Entscheidungen können sich zu einem nachhaltigen Lebensstil summieren. Aber wie funktioniert’s?

Das Konzept „Zero Waste“ – also eine Lebensweise, bei der man möglichst wenig Müll verursacht – lässt sich schon mit wenigen Schritten im Alltag umsetzen. Besonders beim Konsumverhalten, in der Haushaltsorganisation und im nachbarschaftlichen Miteinander liegen zahlreiche Chancen.

Tipp 1: Lebensmittelverschwendung vermeiden

Unsere Ernährung stellt einen der zentralen Bereiche dar, in denen unnötige Verschwendung leider an der Tagesordnung ist: 6,3 Millionen Tonnen Lebensmittel landen einem Bericht des Bundesumweltamts zufolge jedes Jahr in deutschen Privathaushalten im Müll. Dabei wären viele dieser – und weiterer – Abfälle vermeidbar: Wer gezielt einkauft, Verpackungsmüll reduziert und auf saisonale Produkte setzt, kann die Umweltbelastung langfristig senken.

Kurz erklärt

Lebensmittel retten
mit „Too Good to Go"

TGTG Resources Bag grocery bakery poke

Mit der Smartphone-App von „Too Good to Go“ kann jede:r zur Lebensmittelrettung beitragen. Supermärkte, Bäckereien und Co. bieten hier ihre nicht verkaufte Ware zum deutlich reduzierten Preis in „Überraschungstüten“ an. Der Name lässt es erahnen: Was man bekommt, weiß man erst bei der Abholung im Laden.

Mehr Infos:

www.toogoodtogo.com

Mehrfachnutzung statt Wegwerfartikel: Die Mitnahme eigener Tragetaschen zum Einkauf oder die Nutzung eines wiederverwendbaren Kaffeebechers helfen dabei, weniger Müll im Alltag zu produzieren. Das bewusste Planen von Mahlzeiten, zum Beispiel für eine komplette Woche, ist ein wichtiger Schritt, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Denn wer mit einem festen Plan durch den Supermarkt geht, ist weniger anfällig für Impulskäufe und nimmt nur das mit, was wirklich für die nächsten Mahlzeiten gebraucht wird. Und wenn doch einmal Reste übrig bleiben, lassen sich diese oft kreativ weiterverarbeiten – in Suppen, Aufläufen oder Smoothies zum Beispiel.

Lebensmittel retten mit „Foodsharing“

Mehrere hundert Oldenburger:innen sind bereits bei der Plattform „Foodsharing“ registriert. Sie holen gespendete Lebensmittel bei Kooperationsbetrieben ab und können diese dann entweder selbst verbrauchen oder weiterverteilen. Letzteres geht zum Beispiel über die sogenannten „Fairteiler“. Das sind öffentlich zugängliche Schränke, bei denen alle Bürger:innen Lebensmittel spenden oder kostenfrei mitnehmen können.

Fairteiler ewigkeit 38 foodsharing eroeffnung

Im Überblick

„Fairteiler“ in Oldenburg

Beim Laden der Google Maps Karte werden Inhalte von Google angefragt.

Tipp 2: Auf gebrauchte Kleidung setzen

Auch im Kleiderschrank steckt Potenzial für einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen. Anstatt regelmäßig neue Kleidung zu kaufen, lohnt sich eine Tour in den nächstgelegenen Secondhand-Laden oder auf einen der zahlreichen Flohmärkte, die übers Jahr in und um Oldenburg stattfinden. So kann man nicht nur kostengünstigere, sondern mitunter sogar ausgefallenere Kleidung shoppen, die man nicht an jeder Ecke sieht.

Oder wie wär’s mit einer Kombination aus Shopping und Feiern? Kleidertauschpartys, ob öffentlich in einem Club oder aber privat mit Freund:innen oder in der Nachbarschaft organisiert, machen’s möglich! Dieses besondere Veranstaltungsformat wird zunehmend beliebter. Und auch Upcycling trägt zum nachhaltigen Konsum bei: Reparatur statt Wegwerfen kann bei abgetragenen Lieblingsstücken den Unterschied machen – und mit ein wenig Geschick lassen sich Knöpfe oder Nähte auch selbst ausbessern.

Schon gewusst?

60

neue Kleidungsstücke

kauft jede Person in Deutschland durchschnittlich pro Jahr.

Quelle: Greenpeace, Bundesumweltamt

40

Prozent

der Kleidung wird aber nie oder nur selten getragen.

Quelle: Greenpeace, Bundesumweltamt

Tipp 3: Gebrauchsgegenstände teilen

Im Haushalt zeigt sich, dass viele Dinge nicht im Einzelbesitz sein müssen. Werkzeuge wie Leitern, Teppichreiniger oder Bohrmaschinen werden in den meisten Haushalten nur gelegentlich benötigt. Auch Küchengeräte oder Gartenzubehör eignen sich für gemeinschaftliche Nutzung. Selbst Blumenvasen für Feierlichkeiten, Gesellschaftsspiele oder Bastelmaterialien können über nachbarschaftliche Tausch- und Leihnetzwerke zirkulieren. Und sogar ein Zeitschriftenabonnement lässt sich durchaus gemeinsam mit der Nachbarin oder einem Freund nutzen. Diese Form des Teilens fördert nicht nur Nachhaltigkeit, sondern auch soziale Kontakte im Wohnumfeld – und spart darüber hinaus Geld, Platz und Ressourcen.

Auf digitalem Wege, zum Beispiel in einer WhatsApp-Gruppe, lassen sich solche Netzwerke leicht selbst aufbauen – im Wohnhaus, in der Straße, im Verein oder Bekanntenkreis. Eine Alternative zum „Selbstorganisieren“ bietet die bundesweite Plattform nebenan.de.

„nebenan.de“

Teilen, Tauschen und Helfen

Mockup User Journey

Die kostenfreie Plattform nebenan.de vernetzt Nachbar:innen im Stadtteil und macht das Teilen im direkten Wohnumfeld einfacher denn je. Wer zum Beispiel ein Haushaltsgerät sucht, Hilfe bei der Fahrradreparatur braucht oder die Apfelernte aus dem eigenen Garten mit anderen teilen möchte, stößt hier garantiert auf interessierte Mitmenschen.

Mehr Infos:

www.nebenan.de

Tipp 4: In Verschenkekisten stöbern

Ein Spaziergang durch die Nachbarschaft kann nicht nur erholsame Bewegung an der frischen Luft bieten, sondern auch zu einem nachhaltigen Erlebnis werden: Immer häufiger finden sich an Straßenrändern kleine Verschenkekisten, in denen gebrauchte, aber noch gut erhaltene Gegenstände wie Geschirr, Dekoartikel oder Spielzeug ein neues Zuhause suchen. Auch öffentliche Bücherschränke laden dazu ein, gelesene Bücher weiterzugeben oder neue zu entdecken – ganz ohne Kauf, Transportaufwand oder Plastikverpackung. Orte wie diese verlängern nicht nur den Lebenszyklus von Dingen, sondern machen gleichzeitig auf kreative Weise auf den Wert des Teilens aufmerksam.

Oder wie wär’s alternativ mit einer Mitgliedschaft bei der Stadtteilbibliothek Oldenburg?

Am Ende ist eines klar: Zero Waste bedeutet nicht zwangsläufig, komplett auf Konsum zu verzichten. Vielmehr geht es darum, bewusster zu konsumieren, Bestehendes zu nutzen und durch gemeinschaftliche Strukturen den Ressourcenverbrauch zu minimieren. Im Alltag lässt sich so ein nachhaltiger Lebensstil verwirklichen – unkompliziert, gemeinschaftlich und umweltschonend.

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