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Kein Raum für häusliche Gewalt
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27. April 2026 | Tamara Zimdahl
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Wohnungsunternehmen bauen, vermieten, modernisieren. Mit Strafrecht haben sie im Alltag wenig zu tun. Und doch geschieht ein erheblicher Teil häuslicher Gewalt genau in dem Raum, für den sie Verantwortung tragen: in der Wohnung. Mit dem Pilotprojekt „Kein Raum für häusliche Gewalt“ beteiligt sich die GSG OLDENBURG deshalb an einer Kampagne, die Informationen, Hilfsangebote und Schulungen gezielt ins Wohnumfeld bringt.
Geräusche aus der Nachbarwohnung, die sich nicht einordnen lassen. Situationen, die ein ungutes Gefühl hinterlassen. Und die Unsicherheit, wie damit umzugehen ist. Genau hier setzt das Projekt an: Es will Betroffenen den Zugang zu Hilfe erleichtern und zugleich Nachbar:innen sowie Mitarbeitenden mehr Orientierung im Umgang mit dem Thema geben.
Die Kampagne startet zunächst als Pilotprojekt mit 13 Wohnungsunternehmen in Niedersachsen, darunter auch die GSG OLDENBURG. Getragen wird sie vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen, dem Landespräventionsrat Niedersachsen, der Polizei Niedersachsen und dem Verbund der niedersächsischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen gegen Gewalt. Im ersten Halbjahr 2026 soll sie landesweit ausgerollt werden.
Jeden
3
Tag wird eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet.
Dass es sich beim Thema häusliche Gewalt nicht um Einzelfälle handelt, zeigen die aktuellen Zahlen. Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2024 bundesweit 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt. Gleichzeitig bildet diese Zahl nur einen Teil der Realität ab. Viele Betroffene erstatten keine Anzeige – aus Angst, aus Scham oder aus Abhängigkeit. Fachleute gehen daher von einer deutlich höheren Zahl aus.
Häusliche Gewalt beginnt selten mit extremer Eskalation. Sie entwickelt sich oft schleichend, bleibt lange unsichtbar und findet im Alltag statt. Umso schwerer ist sie von außen zu erkennen – und umso höher die Hürde, Hilfe zu suchen. Gewalt kann sich dabei zuspitzen und tödliche Folgen haben: 132 Frauen wurden 2024 in Deutschland durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner getötet.
Hilfe sichtbar machen
Hilfsangebote sollen deshalb dort leichter erreichbar sein, wo Menschen ihren Alltag verbringen. Geplant sind Aushänge in Treppenhäusern und Quartieren, Informationsmaterialien sowie ergänzende Hinweise in Mietverträgen. So sollen Betroffene und ihr Umfeld schneller an Informationen und Anlaufstellen kommen.

Ein starkes Zeichen aus der Wohnungswirtschaft: Beim Jahresauftakt des vdw Niedersachsen Bremen stößt die Kampagne ‚Kein Raum für häusliche Gewalt‘ auf breite Unterstützung.
Das Projekt richtet sich nicht nur an Menschen, die selbst betroffen sind. Auch Nachbar:innen erleben mitunter Situationen, die sie verunsichern. Was ist ernst zu nehmen? Wann sollte man reagieren? Und an wen kann man sich wenden? Indem Informationen niedrigschwellig zugänglich gemacht werden, soll hier mehr Orientierung entstehen.
Schulungen und lokale Partner:innen
Ein zentraler Baustein des Projekts sind Schulungen für Mitarbeitende. Gemeinsam mit Polizei und Fachberatungsstellen geht es darum, mögliche Anzeichen häuslicher Gewalt besser zu erkennen, richtig einzuordnen und Betroffene an passende Hilfsangebote zu verweisen.
Unterstützt wird das vor Ort durch die Zusammenarbeit mit Daniela Schoone, Beauftragte für Kriminalprävention der Polizei Oldenburg, und Sabrina Bielefeld von Wildwasser Oldenburg e. V. Beide bringen ihre Erfahrungen aus Prävention und Beratungsarbeit in das Projekt ein.
Begleitend zur Kampagne ‚Kein Raum für häusliche Gewalt‘ stellt die GSG OLDENBURG Informationsmaterial in ihren Wohnquartieren zur Verfügung.

Verantwortung im Alltag
„Als Wohnungsunternehmen sind wir nah an den Menschen und ihrem Alltag“, sagt Geschäftsführer Daniel Jircik. „Diese Nähe bringt Verantwortung mit sich. Wir wollen dazu beitragen, dass Betroffene Hilfsangebote kennen und dass im Wohnumfeld mehr Sicherheit im Umgang mit dem Thema entsteht.“
Mit ihrer Beteiligung macht die GSG OLDENBURG deutlich: Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Gerade dort, wo Menschen Tür an Tür leben, kann Aufmerksamkeit den Unterschied machen.
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