Interview mit Jens Freymuth
über das Sponsoring der GSG
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Engagement mit Haltung

  • 01. Oktober 2025 | Claus Spitzer-Ewersmann
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Viele Kultur- und Sportereignisse wären ohne Sponsoring kaum realisierbar. Auch die GSG OLDENBURG bringt sich in diesem Bereich aktiv ein und unterstützt regelmäßig Projekte in der Region. Nach welchen Kriterien sie dabei vorgeht, erläutert Jens Freymuth, der bei der GSG für das Sponsoring zuständig ist.

Herr Freymuth, wie viele Sponsoringanfragen erreichen Sie im Monat?

Jens Freymuth: Da muss man unterscheiden. Wir haben zum einen feste Vereinbarungen – zum Beispiel mit Sportvereinen –, die über die ganze Saison laufen. Zum anderen gibt es Einzelanfragen, vor allem für Veranstaltungen. Im Schnitt sind es fünf bis zehn Anfragen im Monat. Anfang des Jahres etwas mehr, im Sommer meist weniger.

Mann in weißem Hemnd und mit Ziegenbärtchen lächelt in die Kamera

Setzt auf gelebtes Engagement: Jens Freymuth, Abteilungsleiter Marketing & Vertrieb.

Worauf stützen Sie Ihre Entscheidung für oder gegen ein Engagement?

Freymuth: Wir prüfen jede Anfrage sehr sorgfältig. Einen festen Kriterienkatalog gibt es zwar nicht, aber wir haben klare Prinzipien.

Welche Prinzipien sind das?

Freymuth: Wir engagieren uns vor allem dort, wo wir einen konkreten Bezug sehen – idealerweise zu unseren Mietenden. Das betrifft etwa Sportvereine in Stadtteilen, in denen wir viele Wohnungen haben. Ein gutes Beispiel ist der Afrika-Cup im Kennedyviertel: eine wunderbare Veranstaltung, bei der wir gern mitwirken. Ebenso unterstützen wir Maßnahmen, durch die sich Eintrittspreise senken lassen, sodass sich möglichst viele Menschen eine Teilnahme leisten können. Im Kulturbereich ist das häufig der Fall.

KURZ ERKLÄRT

Was ist Sponsoring, was Förderung?

Der wesentliche Unterschied liegt im Ziel: Sponsoring ist werblich motiviert, Förderung hingegen folgt einem sozialen oder kulturellen Zweck. Ohne Gegenleistung. Fördermittel sind oft nicht vertraglich geregelt, sondern beruhen auf Vertrauen und dem Wunsch, etwas Sinnvolles zu unterstützen.

Also spielt auch der soziale Anspruch eine Rolle?

Freymuth: Ganz genau. Es geht uns darum, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Wir setzen uns insbesondere für Menschen ein, die sonst aus finanziellen Gründen außen vor bleiben könnten. 

Was müssen Interessierte Ihnen liefern?

Freymuth: Bitte keine zwanzigseitigen Konzepte! Am wichtigsten ist eine überzeugende und realistische Idee, kurz und klar formuliert. Dazu brauchen wir einen groben Überblick über die Finanzierung. Bei kleineren Vorhaben wie einem Nachbarschafts- oder Straßenfest muss das nicht bis ins allerletzte Detail ausgearbeitet sein. Wer ehrenamtlich tätig ist, soll nicht durch Formalitäten abgeschreckt werden. Bei größeren Projekten ist eine solide Planung aber essenziell.

Projekte für die Quartiere: vom Fairteiler über das Sponsoring der Oldenburg Knights bis zur Fassadengestaltung durch regionale Künstler:innen – abgebildet ist die Entscheidungsrunde im Projekt Farbe fürs Viertel.“

Zwei Männer und eine Frau sitzen versetzt an einem Tisch und unterhalten sich. Vor ihnen stehen Laptops

Dafür reicht dann eine E-Mail vermutlich nicht mehr aus, oder?

Freymuth: Nein. Wir verschaffen uns schon gern einen persönlichen Eindruck von den Leuten, mit denen wir zusammenarbeiten. Schließlich sehen es unsere Mietenden durchaus als Empfehlung unsererseits an, wenn auf einem Veranstaltungsplakat das GSG-Logo zu sehen ist. 

Bei Zusagen werden dann richtige Sponsoringverträge geschlossen?
Gibt es auch Fälle, in denen die GSG unterstützt, dabei aber nicht öffentlich in Erscheinung tritt?

Freymuth: Ja, einige. Zum Beispiel bei der Bahnhofsmission, dem Tagesaufenthalt der Diakonie oder der Oldenburger Tafel. In solchen Fällen steht für uns ganz klar der soziale Zweck im Mittelpunkt. Das muss nicht in der Zeitung stehen.

in Zahlen

3,5

Milliarden Euro

investieren Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Sponsoringverbands „S20 – The Sponsors’ Voice“ jährlich allein ins Sportsponsoring. Tendenz steigend.

Gibt es auch Fälle, in denen die GSG unterstützt, dabei aber nicht öffentlich in Erscheinung tritt?

Freymuth: Ja, einige. Zum Beispiel bei der Bahnhofsmission, dem Tagesaufenthalt der Diakonie oder der Oldenburger Tafel. In solchen Fällen steht für uns ganz klar der soziale Zweck im Mittelpunkt. Das muss nicht in der Zeitung stehen.

Haben Sie auch schon Anfragen abgelehnt – und wenn ja, warum?

Freymuth: Ja, vor allem von überregionalen Agenturen, die Einzelsportler:innen oder bekannte Teams betreuen. Da fehlt uns der regionale Bezug, anders als bei den EWE Baskets, dem VfL-Handball oder dem Fußball beim VfB. Auch finanziell passen viele dieser Angebote nicht zu unserem Budget. Wenn wir solche Summen investieren würden, müssten wir unser lokales Engagement fast vollständig aufgeben.

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