Mülltrennung und Entsorgung im Alltag
Mülltrennung und Entsorgung im Alltag
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06. Februar 2026 | Tamara Zimdahl
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Beim Mülltrennen entscheidet oft ein kurzer Moment. Der Teebeutel ist benutzt, die Metallklammer noch dran. Eigentlich Biomüll. Oder doch Restmüll? Wohin mit dem beschichteten Pizzakarton? Solche kurzen Zweifel gehören für viele zum Alltag. Orientierung hilft, Fehlwürfe zu vermeiden.
Müll entsteht im Alltag ganz selbstverständlich. Man denkt selten darüber nach, wie viel dabei zusammenkommt. Gleichzeitig gilt Mülltrennung vielen als lästig oder kompliziert, obwohl sie zu den einfachsten Möglichkeiten gehört, im Alltag Verantwortung zu übernehmen – ohne etwas grundlegend verändern zu müssen.
In Zahlen
Schon gewusst?
433
Kilogramm Haushaltsabfälle
Produzierte eine Person in Deutschland 2023 durchschnittlich. Dies ist der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2004 und entspricht etwa 8,3 Kilogramm pro Woche.
Gleichzeitig hat sich die Recyclingquote deutlich verbessert. In Deutschland ist die Recyclingquote seit den Mitte der 1990er- Jahre bis 2023 von etwa 39 auf rund 69 Prozent gestiegen. Das liegt auch daran, dass sich die Industrie angepasst hat: Verpackungen werden häufiger sortenrein gestaltet, Materialien besser trennbar geplant, Etiketten und Verschlüsse angepasst. Doch selbst die beste Sortieranlage kann nur mit dem arbeiten, was ankommt. Sind Abfälle stark verschmutzt oder falsch einsortiert, wird aus einem potenziellen Rohstoff schnell ein Verbrennungsprodukt.
Kein Hexenwerk, aber auch kein Selbstläufer
Müll verschwindet schnell aus dem Blick. Doch was wir entsorgen, ist nicht einfach weg. Es wird gesammelt, transportiert, sortiert, recycelt oder verbrannt. Wie effizient dieser Weg ist, entscheidet sich bereits im Haus. Wertstoffe lassen sich nur dann weiter nutzen, wenn sie möglichst sauber getrennt sind. Falsch entsorgter Müll muss aussortiert werden und landet im Restmüll.
Gerade in Mehrfamilienhäusern hat das konkrete Folgen. Wird eine Tonne als Fehlbefüllung eingestuft, kann ihr Inhalt als Restmüll entsorgt werden. Das ist deutlich teurer als die reguläre Verwertung. Diese Kosten tauchen später in den Betriebskosten auf und betreffen alle Haushalte im Haus. Mülltrennung ist damit auch eine Frage von Fairness und gemeinsamem Umgang miteinander.
Restmüll
Hier gehört hinein, was sich nicht sinnvoll trennen oder verwerten lässt.
- Hygieneartikel wie Windeln, Taschentücher, Wattestäbchen
- Staubsaugerbeutel, Kehricht, kalte Asche
- Stark verschmutzte oder nicht trennbare Gegenstände
- Fettige Pizzakartons und stark verschmutzte Verpackungen
- Katzenstreu und Kleintierstreu
Gehört nicht in den Restmüll:
- Verpackungen aus Kunststoff oder Metall
- Glasflaschen und Konservengläser
- Papier und Karton (sauber)
- Batterien und Elektrogeräte
Biotonne
In die Biotonne gehören pflanzliche Küchen- und Gartenabfälle, möglichst naturbelassen.
- Obst- und Gemüsereste
- Kaffeesatz und Filter, Teebeutel ohne Metallklammer
- Eierschalen, Speisereste in kleinen Mengen
- Verwelkte Blumen und Pflanzen
Gehört nicht in die Biotonne:
- Plastiktüten, auch „kompostierbare“
- Kaffeekapseln (auch aus Biokunststoff)
- Katzenstreu und Kleintierstreu
- Staubsaugerbeutel, Asche
- Gekochte Speisen in größeren Mengen
- Fleisch, Fisch und Knochen (je nach kommunaler Regelung problematisch)
Gelber Sack
In den gelben Sack/ die gelbe Tonne gehören Verpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterialien.
- Joghurtbecher, Plastikschalen, Folien, Tuben
- Konservendosen, Kronkorken, Aluminium
- Getränkekartons
- alle Verpackungen mit dem "grünen Punkt"
Wichtig: Verpackungen sollten restentleert sein. Ausspülen ist nicht nötig, grobe Essensreste sollten entfernt werden.
Gehört nicht in den gelben Sack:
- Plastikspiekzeug
- Hygieneprodukte, Windeln
- Essensreste
- Kassenzettel
- Styropor- und Dämmplatten
- Kaffee- und Teefilter
- Glas
Altpapier
In die Papiertonne kommen saubere Papier und Kartonabfälle, die nicht beschichtet oder verschmutzt sind.
- Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte
- Kartons und Papierverpackungen (sauber)
- Schreibpapier, Umschläge ohne Kunststofffenster
Gehört nicht in die Altpapier-Tonne:
- Thermodruckerpapier (Kassenbons, Fahrkarten)
- beschichtete Kartons und imprägnierte Papier (z. B. Käsepapier)
- Kaffeebecher
- gebrauchte Papiertücher
- Papier mit Essensresten
- Backpapier
Mülltrennung leicht gemacht
Übersicht zum Download
Damit die Mülltrennung im Alltag noch einfacher wird, haben wir eine praktische Übersicht zusammengestellt. In der PDF-Datei finden Sie auf einen Blick, welche Abfälle in welche Tonne gehören und worauf Sie achten sollten. So lassen sich Fehlwürfe vermeiden und gemeinsam leisten wir einen Beitrag für mehr Sauberkeit, Recycling und Umweltbewusstsein im Quartier.

Richtig entsorgt
Wo ist der nächste Altglascontainer?
In Oldenburg darf Altglas montags bis samstags in der Zeit von 7:00 bis 20:00 Uhr in die dafür vorgesehenen Glascontainer eingeworfen werden. Sonn- und Feiertage sind hiervon ausgeschlossen. Das Einhalten dieser Zeiten ist wichtig, um Lärmbelästigungen zu vermeiden, da Verstöße als Ordnungswidrigkeit geahndet werden können.
Altglascontainer im Stadtgebiet Oldenburg finden Sie über den Stadtplan:
Was gehört in die Altglascontainer?
- Getränkeflaschen
- Konservengläser
- Marmeladengläser
- Pharmazeutische Glasbehälter
- Sonstiges Verpackungsglas
- Senfgläser oder sonstiges Verpackungsglas, das vom Verbraucher in der Zweitnutzung als Trinkglas genutzt wird
Was gehört nicht in die Altglascontainer?
- Porzellan/Keramik
- Hitzebeständiges Glasgeschirr
- Behälter aus Bleiglas wie zum Beispiel Blumenvasen
- Aschenbecher oder Weingläser
- Trinkgläser
- Glühbirnen und Energiesparlampen/Leuchtstoffröhren
- Fensterglas
- Spiegel
- Weihnachtsbaumkugeln
- Autoscheiben und -lampen
- Ceran-Kochfelder
Richtig gesammet
Wohin mit Bioabfall, Sperrmüll und Alkleider?

Bioabfälle und Kompost
Bioabfälle machen einen großen Teil des Hausmülls aus. Werden sie sauber gesammelt, entstehen daraus Kompost oder Biogas. Beides wird weiter genutzt. Zum Beispiel zur Bodenverbesserung oder zur Energiegewinnung. Für die Biotonne empfiehlt es sich, Bioabfälle lose zu sammeln. Zeitungspapier oder Papiertüten nehmen Feuchtigkeit auf und halten die Tonne sauber. Plastiktüten stören die Verarbeitung, auch dann, wenn sie als „kompostierbar“ beworben werden.
Wer einen Garten hat, kann Bioabfälle auch selbst kompostieren. Eine einfache Kompostbox oder ein Komposter reicht. Geeignet sind Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz oder Eierschalen. Gekochte Speisen, Fleisch oder stark Fettiges gehören nicht auf den Kompost – sie ziehen Tiere an und stören die Kompostierung.

Altkleidung, Sperrmüll und Problemabfall
Noch besser als richtig trennen ist es, Müll gar nicht erst entstehen zu lassen. Dinge, die noch gut erhalten sind, müssen nicht zwangsläufig weggeworfen werden. Kleidung, Haushaltswaren oder kleinere Möbel werden häufig noch gebraucht. Wohlfahrtskaufhäuser, Sozialkaufhäuser und Verschenkemärkte geben solchen Dingen ein zweites Zuhause.
Bei sperrigen Gegenständen, die tatsächlich entsorgt werden müssen, lohnt es sich, die offiziellen Angebote zu nutzen. Informationen zur Abholung und Annahmestellen für Sperrmüll finden Sie auf dem Serviceportal der Stadt Oldenburg.
Praktisch unterwegs
Die AWB Müll-App

Damit Mülltrennung und Entsorgung im Alltag noch einfacher werden, bietet die Stadt Oldenburg eine kostenfreie Abfall App OL der Abfallwirtschaft (AWB) an. Sie bündelt alle wichtigen Informationen rund ums Thema Müll, direkt auf dem Smartphone.
- Individuelle Abfallkalender für Ihre Straße – mit Erinnerung an Abholtermine
- Suchfunktion für Abfallarten: Sie geben ein, was Sie entsorgen möchten, und sie sagt Ihnen, wo es hingehört
- Hinweise zu Sperrmüll, Problemstoffen und Sonderabfall
- Informationen zu Sammelstellen und Öffnungszeiten
- Tipps zur Müllvermeidung und richtigen Sortierung
Gerade in Mehrfamilienhäusern erleichtert die App den Überblick über Abholtermine und Entsorgungswege und hilft, Fehlwürfe zu vermeiden.
Weitere Informationen und den Download der App gibt es hier:
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