Experten diskutieren beim 3. Oldenburger Wohnforum der GSG

Wohnen im Alter – Droht eine graue Wohnungsnot?

Wie wichtig den Oldenburgern das Thema Wohnen ist, wurde beim 3. Oldenburger Wohnforum der GSG deutlich. Knapp 200 Interessierte suchten im Theater Laboratorium nach Antworten auf die Frage „Wohnen im Alter – Droht eine graue Wohnungsnot?“.

Ursula Kremer-Preiß vom Kuratorium Deutsche Altenhilfe machte deutlich, dass auf die Städte große Herausforderungen zukommen. Dabei gehe es vor allem „um das Umfeld, um kleinteilige Versorgungsstrukturen und eine funktionierende soziale Infrastruktur“. Die Verantwortlichen bei den Wohnungsbaugesellschaften sowie in Politik und Verwaltung müssten umdenken. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bekräftigte, dass gerade im Menschen im höheren Alter nicht mehr umziehen möchten. „Sie sind in ihren Vierteln verwurzelt und fühlen sich dort wohl.“ Deshalb gehe es in der Wohnungsfrage weniger um Neubau als um Verbesserungen im Bestand.

Oldenburg sei auf einem guten Weg, betonte Köhlers Amtskollege Jürgen Krogmann. Mit dem „Bündnis für Wohnen“ habe man eine geeignete Plattform gefunden. Insbesondere die Verknappung von Wohnraum bereitet dem Oberbürgermeister  Sorge. „Sie treibt die Preise in die Höhe, und die Leidtragenden sind Menschen mit geringer Rente.“ Dagegen gebe es allerdings ein probates Mittel: „Wir müssen bauen, bauen, bauen!“ GSG-Geschäftsführer Stefan Könner bekräftigte in seinem Fazit, dass das Problem nicht auf die lange Bank geschoben werden dürfe. Aktuell fehlten rund 3000 Wohnungen für Menschen, die maximal 500 Euro warm für ihre Miete zahlen können. Könner: „Diese Herausforderung bewältigen wir nicht alleine. Deshalb müssen wir jetzt mit dem Wertewandel beginnen. Und wir brauchen dringend eine Kümmerkultur.“

3. Oldenburger Wohnforum

Die Teilnehmer des Wohnforums, das am 15. Juni im Theater Laboratorium mit freiem Eintritt stattfand.